Fütterung bei Herzerkrankungen

Das Herz ist der wichtigste Muskel im Körper. Nicht nur in unserem, sondern auch im Hundekörper. Dieser kegelförmige Hohlmuskel verbindet den Blut- und den Sauerstoffkreislauf des Körpers. Seine Hauptaufgabe besteht in der Versorgung der Organe mit Sauerstoff, was durch die ständige Pumpleistung des Herzens gewährleistet wird. Eine Erkrankung des Herzens kann schwerwiegende Folgen haben.

Leider sind Herzerkrankungen auch in der Hundewelt relativ häufig anzutreffen. Hierbei unterscheidet man zwischen „angeborenen“ und „erworbenen“ Herzfehlern. Zu den angeborenen Herzfehlern zählen zum Beispiel die Pulmonalstenose oder der Ventrikelseptumdefekt. Die bei bestimmten Rassen häufig auftretende Dilatative Cardiomyopathie (DCM) gehört zu den erworbenen Herzfehlern, wie auch die Mitralendocardiose oder Herztumore. Je nach Schwere der Erkrankung kommt man um eine schulmedizinische Medikation nicht herum. Jedoch hat man zusätzlich die Möglichkeit, über das Futter und naturheilkundliche Mittel die Behandlung zu unterstützen.

Welche Alternativen gibt es also, über das Futter positiv auf eine Herzerkrankung einzuwirken?

Zunächst einmal sollte das Futter unbedingt natriumarm sein. Die maximale Natriumdosis darf 240mg/ Tag pro 100g Trockensubstanz nicht überschreiten. Daraus folgt, dass das Futter salzarm sein muss. Aus diesem Grund fallen die meisten Fertigfuttermittel weg, da diese oftmals mit salzhaltiger Brühe versetzt oder durch Salz haltbar gemacht werden, ohne dass dies klar deklariert sein muss. Bei Hunden mit Ödemneigung empfiehlt es sich außerdem, ein stilles Mineralwasser mit einem Natriumgehalt von 0,15mg/ml statt des normalen Leitungswassers zum Tränken zu verwenden. Leitungswasser enthält leider oftmals viel höhere Natriummengen.

Durch die Gabe von Diuretika kommt es auch zu vermehrter Wasseraufnahme, sodass der Natriumgehalt im Trinkwasser unbedingt beachtet werden muss. Bekommt der Hund entwässernde Medikamente, muss auch die Kaliumzufuhr achtgegeben werden, denn Diuretika schwämmen häufig hohe Mengen Kalium aus dem Körper. Lebensmittel, die viel Kalium enthalten, sind zum Beispiel Kartoffeln und Bananen.

Neuere Studien ergaben, dass herzkranke Hunde einer höheren oxidativen Belastung durch freie Sauerstoffradikale ausgesetzt sind. Daher sollten Vitamin E und Selen als Antioxidantien zugefüttert werden.

Die Aminosäure Carnitin kann in hohen Dosen die Herztätigkeit nachhaltig verbessern. Auch diese sollte also zugefüttert werden, besonders bei erkrankten Hunden großer Rassen. Das Gleiche gilt für Taurin, besonders für Rassen wie Neufundländer, Cocker Spaniel oder Golden Retrievern. Studien konnten einen Zusammenhang zwischen Kardiomyopathien und einem niedrigen Tauringehalt im Blut belegen.

Ebenso empfiehlt es sich, Omega- 3- Fettsäuren zuzufüttern, denn diese regulieren Entzündungen im Körper. Bei Herzerkrankungen schüttet der Körper vermehrt Zytokine (Entzündungsbotenstoffe) aus, welche unter anderem einen negativen Einfluss auf die Futteraufnahme haben. Omega- 3 – Fette, zum Beispiel aus Lachsöl, können somit die Nahrungsaufnahme verbessern.

Generell gilt, dass es von Vorteil ist, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu füttern, denn ein voller Magen belastet den Kreislauf. Da auch Übergewicht eine enorme Herz-/ Kreislaufbelastung darstellt, müssen vor allem herzkranke Tiere unbedingt schlank gehalten werden!

Aus der Naturheilkunde hat sich vor allem Weißdorn als zusätzliche Behandlungshilfe bewährt. Dieser verbessert erwiesener Maßen die allgemeine Durchblutung des Körpers und der Herzkranzgefäße, die Herzleistung sowie die Kraft des Herzmuskels und wirkt Herzrhythmusstörungen entgegen. Bei Ödemen kann man außerdem Brennnessel zur Entwässerung einsetzen.

 

Eine Herzerkrankung ist immer ernst zunehmen! Treten also Symptome wie Atemnot, Husten, Abgeschlagenheit, allgemeine Unruhe, vermehrtes Hecheln oder Ohnmachtsanfälle auf, muss dringend ein Tierarzt aufgesucht werden! Auch muss man sich darüber im Klaren sein, dass bestimmte Rassen, wie etwa Dobermänner, Boxer und Cavalier King Charles Spaniel für Herzerkrankungen prädestiniert sind. Bei diesen Rassen ist daher eine regelmäßige Herzkontrolle angeraten.